Schockierend, was heute geschah. Nachdem gestern ganz London wegen Olympia 2012 gefeiert hat, wurde der heutige Tag durch Chaos, Angst, Blut und Tot bestimmt. Bisher spricht man von mehr als 30 Toten und 700 Verletzten. Abgesehen von denen, die geschockt sind, von der Tatsache, dass es - wie so oft - unschuldige Menschen getroffen hat und abgesehn von den Schäden und den Folgen, die man noch nicht überblicken kann.
Ich selber arbeite ausserhalb Londons; und da wir auch ausserhalb Londons wohnen und zwar in der Richtung, wo ich arbeite, musste ich nichtmal annähernd ins Zentrum fahren. Mein Freund allerdings muss täglich durchs Zentrum und war fast zeitgleich zum Geschehen in der tube Nähe Liverpool Street. Er hat sich nach den ersten Informationen sofort wieder herumgedreht und ist auf Umwegen aber sicher wieder nach Hause gefahren. Was Glück war, denn einige Minuten später hätte er keine Chance mehr gehabt, aus dem Chaos heraus zu kommen. Ich habe über eine Stunde vergeblich versucht, ihn zu erreichen aber es waren sämtliche Mobilfunknetze down. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal solche Angst um jemanden hatte.
Logisch, es kann immer und überall passieren. Doch irgendwie passiert es immer woanders, bis es dann quasi vor der Haustür ist.
Unsere UK agents wurden natürlich sofort freigestellt und nach einer Weile alle internationals auch. Denn es war unmöglich, die Leute arbeiten zu lassen, während sich so gut wie alle Gedanken machen, ob es der Familie und den Freunden gut geht. Ausserdem ist es respektlos, in solch einer Situation jemanden zum Arbeiten anzuhalten, zumal unsere Leute den ganzen Tag bei Firmen anrufen. Was von manch anderem Manager (zudem noch britisch) jedoch nicht eingesehen wurde. Zitat: "Na, das Leben geht doch weiter. Wenn jemand sagt, er kann jetzt nicht reden, gut, rufen wir eben morgen wieder an. Einen schönen Tag noch, auf Wiederhören." Respektlos.
Da die komplette tube stillgelegt war und nur einige wenige Busse fuhren, waren diese natürlich vollkommen überlastet und die Strassen waren dicht. Keine Ahnung, wie lang die Leute heute nach Hause gebraucht haben wenn man bedenkt, dass manche unter normalen Umständen schon 1-2 Stunden Fahrtweg haben.
Ansich fehlen mir die Worte, da ich so etwas noch nie so nah miterlebt habe. Vollkommene Erschütterung und plötzliche Angst, morgen früh wieder zum Gewohnten überzugehen. Wenn das möglich ist.
Einen informativen Überblick gibt es
hier.Take care!